Um ab August 2026 rechtssicher und gleichzeitig kundenfreundlich zu agieren, solltest du Kennzeichnungen so gestalten, dass sie klar verständlich, unübersehbar und nahtlos in dein Brand-Design integriert sind. Transparenz muss kein Conversion-Killer sein – im Gegenteil: Sie kann das Vertrauen in deine Marke massiv stärken.
Hier sind konkrete Muster-Formulierungen und Design-Best-Practices für Chatbots und KI-Bilder im Marketing.
1. Chatbots & Conversational AI (Interaktion)
Der AI Act schreibt vor, dass Nutzer spätestens bei der ersten Interaktion wissen müssen, dass sie mit einer KI sprechen. Die Kennzeichnung sollte direkt im Chat-Fenster oder beim Start der Konversation gut sichtbar platziert sein.
Best Practices für das Design:
Kein Verstecken: Platziere den Hinweis nicht im Kleingedruckten oder den Datenschutzbestimmungen, sondern direkt als erste Nachricht oder permanenten Header im Chat-Fenster.
Avatar-Design: Nutze Avatare, die als Roboter oder abstrakte Grafiken erkennbar sind (keine Fotos von echten Menschen für KI-Bots verwenden, um Täuschungen zu vermeiden).
Human Fallback: Biete immer eine Option an, zu einem echten Menschen durchgestellt zu werden, falls die KI nicht weiterweiß.
Muster-Formulierungen:
Option A: Der charmante Brand-Botschafter (Marketing-Fokus)
„Hi! Ich bin [Bot-Name] 🤖 – dein digitaler KI-Assistent von [Markenname]. Ich helfe dir blitzschnell bei Fragen zu unseren Produkten. Falls ich mal nicht weiterweiß, hole ich ein echtes Teammitglied dazu!“
Option B: Fokus auf Service & Professionalität (Kompakt)
„Guten Tag! Sie chatten hier mit unserem automatisierten KI-Kundenservice. Wie kann ich Ihnen heute helfen?“
Option C: Permanenter Header im Chatfenster (Dezent, aber omnipräsent)
„[Bot-Name] (KI-Assistent) | Online“ – direkt über dem Chat-Verlauf platziert.
2. KI-Bilder, Deepfakes & Virtuelle Models (Visuelle Medien)
Wenn du fotorealistische Bilder von Menschen (virtuelle Models), real wirkende Orte oder Deepfakes nutzt, muss die Kennzeichnung direkt auf oder am Bild erfolgen.
Best Practices für das Design:
Wasserzeichen/Overlay: Ein dezenter, aber lesbarer Text-Overlay in einer der Bildecken (z. B. unten rechts).
Hover-Effekt (Websites): Beim Bewegen des Mauszeigers über das Bild erscheint ein Info-Symbol mit dem Hinweis „KI-generiert“.
Social Media: Der Hinweis gehört direkt in die ersten Zeilen der Caption (z. B. als Hashtag oder klarer Satz) und idealerweise als kleines Label auf das Bild selbst, da Bilder oft plattformübergreifend geteilt werden.
Alt-Text: Hinterlege die Kennzeichnung auch im barrierefreien Alternativtext des Bildes (z. B. „Ein fotorealistisches, KI-generiertes Bild von…“).
Muster-Formulierungen:
Für fotorealistische, fiktive Personen (z.B. KI-Models im Fashion-Bereich)
„Kreative Darstellung. Die gezeigte Person ist KI-generiert und existiert nicht in der Realität.“
„Visualisierung mit einem virtuellen (KI-generierten) Model.“
„Modelliert mittels KI.“ (Kompakte Version für kleine Werbebanner)
Für fotorealistische Szenen & Produktplatzierungen
„Symbolbild. Szene mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert.“
„Dieses Bild wurde digital unter Einsatz von KI erstellt.“
„Produkt im echten Foto; Hintergrund KI-generiert.“ (Wichtig bei hybriden Bildern!)
Für Social Media (Instagram, TikTok & Co.)
Platziere am Anfang oder Ende des Beitrags:
„Visuals: KI-generiert / AI-generated“
Nutze plattforminterne Labels (z. B. das „AI Info“-Label von Meta), sobald diese verfügbar sind.
Do’s and Don’ts für Marketer ab August 2026
| Do | Don’t |
| Transparenz als USP nutzen: Zeige deinen Kunden, dass deine Marke technologisch fortschrittlich, aber absolut ehrlich ist. | Im Footer verstecken: Hinweise in Schriftgröße 6px am Seitenende zu verstecken, wird bei Audits als Täuschungsversuch gewertet. |
| Metadaten pflegen: Stelle sicher, dass deine Design-Tools (wie Photoshop, Midjourney etc.) die unsichtbaren C2PA-Metadaten im Bild belassen. | Echte Personen imitieren: Niemals reale Personen (z. B. Influencer oder Kunden) ohne deren explizite, schriftliche Einwilligung als Deepfake nachbauen. |
| Mitarbeiter schulen: Briefe deine Social-Media- und Content-Teams, damit kein KI-Bild unmarkiert online geht. | Die Schuld auf die Agentur schieben: Als Betreiber (Deployer) der Werbekampagne haftest du für die korrekte Kennzeichnung, nicht nur der Ersteller. |


